Rhythmusstörungen

Rhythmusstörungen des Herzens sind eine durchaus ernsthafte Erkrankung. Es sterben z. B. im Rahmen eines Herzinfarktes 50 % der Betroffenen an Kammerflimmern.

Diese schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen treten jedoch eher selten auf. Die meisten Formen der Herzrhythmusstörungen sind eher harmloserer Natur: es handelt sich dabei oftmals um leichtgradige Extraherzschläge.

Eine schwerwiegendere Form einer Herzrhythmusstörung stellt das Vorhofflimmern dar. Dabei kann die Herzleistung um 30 bis 40 % reduziert sein.
Die wichtigste Komplikation des Vorhofflimmerns sind Schlaganfälle oder kardiale Embolien. „Flattern“ die beiden Vorhöfe des Herzens beim Vorhofflimmern können sich dort Blutgerinnsel bilden, welche aus dem Herzen ausgeschwemmt werden und in der Folge an irgendeiner Stelle im Körper einen Gefäßverschluss verursachen können.
Daher ist beim Vorhofflimmern unbedingt eine Blutverdünnung erforderlich, in den meisten Fällen mit Marcumar.
Vorhofflimmern ist heutzutage sehr gut zu behandeln: die Herzfrequenz kann nach unten mit Hilfe eines Schrittmachers ausgebremst werden, nach oben z. B. unter Einsatz eines ß-Blockers. In bis zu 90 % der Fälle kann heute auch durch eine spezielle Form der Ablation (Pulmonalvenenisolation) das Vorhofflimmern dauerhaft beseitigt werden, auch wenn ggf. danach noch die Einnahme einer medikamentösen Therapie erforderlich ist. Die Erfolgsrate liegt hierbei im Bereich von 70 bis 90 %.

Ventrikuläre Extrasystolen haben andere Ursachen: der Blutdruck ist nicht gut eingestellt oder es liegt eine koronare Herzerkrankung vor. Hier ist eine gründliche Ursachenforschung notwendig, um diese dann entsprechend einstellen zu können. Dann beruhigen sich die Herzrhythmusstörungen.

Der plötzliche Herztod tritt relativ selten auf, selbstverständlich jedoch möglich, z. B. im Rahmen einer Herzmuskelerkrankung, einer koronaren Herzerkrankung oder auch aus ungeklärter Ursache.

Es besteht kein Grund zur Panik bei Herzrhythmusstörungen. Man muss sich immer die alte medizinische Regel vor Augen halten: „Was selten ist, ist selten und was häufig ist, ist häufig.“ In diesem Sinne tritt der plötzliche Herztod eher selten auf, aber die Relevanz der Herzrhythmusstörungen muss stets von einem Kardiologen überprüft werden.